Bernhard Pörksen

Bernhard Pörksen

Medienwissenschaftler und Kommunikationsexperte

Prof. Dr. Bernhard Pörksen hält – anschaulich, humorvoll, mit Lust an der provozierenden und doch erhellenden Zuspitzung – Vorträge über die Kunst der Kommunikation, die Ökonomie der Aufmerksamkeit und die Zukunft des Krisen- und Reputationsmanagements im Zeitalter der digitalen Überall-Medien und der totalen Transparenz. Er analysiert in seinen Forschungsarbeiten die Inszenierungs-stile in Politik und Showgeschäft und kommentiert in Zeitungskolumnen, in Radio- und Fernsehsendungen aktuelle medienpolitische Debatten. Sein besonderes Interesse gilt Skandalen, weil sich in ihnen Wertedebatten spiegeln und sich das moralische Nervenkostüm moderner Gesellschaften zeigt.

Bernhard Pörksen studierte Germanistik, Journalistik und Biologie in Hamburg, absolvierte Forschungsaufenthalte in den USA und arbeitete zunächst als Journalist. Er schrieb eine Doktorarbeit über die Sprache von Rechtsextremisten, lehrte in der Kommunikations- und Sprachwissenschaft an der Universität Greifswald und wurde mit 33 Jahren auf eine Professur für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg berufen; heute hat er einen Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Er war Gründungsbeauftragter und erster Geschäftsführender Direktor des dortigen Instituts für Medienwissenschaft.

Bernhard Pörksen veröffentlichte zahlreiche Beiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften und Fachbüchern, überdies populärwissenschaftliche Bücher, die amüsant und scharfzüngig aktuelle Entwicklungen analysieren (z. B. „Die Casting-Gesellschaft“, 2010). Sein 1998 mit dem Physiker und Philosophen Heinz von Foerster publiziertes Buch über die Wahrheit der Wahrnehmung und die Philosophie des Konstruktivismus („Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“) wurde zum Bestseller und gilt heute als Klassiker des systemischen Denkens. Im Jahre 2008 wurde Bernhard Pörksen im bundesweiten Wettbewerb der Zeitschrift „Unicum Beruf“ zum „Professor des Jahres“ gewählt und für seine Lehrtätigkeit ausgezeichnet.

Der entfesselte Skandal - Ein Vortrag über die Zukunft der Reputation
Ein amerikanischer Präsident gerät in Bedrängnis, weil auf einer Website über eine Sexaffäre mit einer Praktikantin spekuliert wird. WikiLeaks blamiert zuerst eine Weltmacht – und dann sich selbst. Politiker stürzen über Plagiate, die sich im Netz detailgenau dokumentieren lassen. Blogger prangern einige wenige, unbeachtet gebliebene Sätze des Bundespräsi-denten an und forcieren seinen Rücktritt. Handy-Videos beenden Karrieren, Twitter-Botschaften sorgen für Empörung, in die falschen Kanäle gelangte E-Mails werden zu Beweisen eines Vergehens, die sich nicht mehr beseitigen lassen. Alle senden, speichern, publizieren. Und immer mehr Daten lassen sich immer leichter durchsuchen und verknüpfen – und eines Tages in leicht zugängliche Dokumente der Blamage und der Demontage verwandeln. Blitzschnell sind Transparenz und Aufklärung möglich – und in rasender Geschwindigkeit verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen, bilden sich Protest- und Wutgemeinschaften, die mit Schicksalen auf einer weltweit sichtbaren Bühne spielen. Längst sind es nicht mehr nur Mächtige und Prominente, die zum Objekt unerwünschter Aufmerksamkeit werden. Und selbst die Belege eines unbedeutenden Fehlverhaltens bleiben abrufbar und womöglich weltweit präsent.

Die These dieses Vortrags lautet, dass wir die Kontrolle über unser öffentliches Bild verlieren und dass die Reputation von Einzelnen, aber auch von Unternehmen und Staaten in Rekordzeit zerstört werden kann. Im Zeitalter der digitalen Überall-Medien und der wechselseitigen Dauerbeobachtung ist der Skandal allgegenwärtig. Jeder kann ihn auslösen, jeden kann er treffen. „Handele stets so“, so lautet der kategorische Imperativ dieses neuen Zeitalters, „dass Dir öffentliche Effekte langfristig vertretbar erscheinen. Aber rechne damit, dass dies nichts nützt.“

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Vortragsthemen

Die Casting-Gesellschaft

Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung

Reputations- und Krisenmanagement im digitalen Zeitalter

Die politische Bühne. Inszenierung in der Politik

Medienethik und Medienmacht

How to change.

Die Kunst der Veränderungskommunikation.

Authentizität
Das Geheimnis erfolgreicher Kommunikation.

Orientierung im Zeitalter Informationsüberflutung

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Die Wahrheit der Wahrnehmung und die Konstruktion der Realität.

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