Stefan Kaduk

Stefan Kaduk

Musterbrecher und Managementforscher

Nicht nur in Krisenzeiten werden Patentrezepte oder »Die zehn goldenen Regeln« für was auch immer gefordert. Aber welche gefährlichen und teuren Nebenwirkungen haben einfallslose Management-Professionalität und Denken in Schemata? Wann hören wir endlich damit auf, nach immer neuen Tools zu suchen? Stefan Kaduk, Managementforscher und Mitautor des Bestsellers »Musterbrecher – Führung neu erleben«, macht Mut, Führungsexzellenz über ganz ungewöhnliche Wege zu erreichen.

In der Managementrhetorik betonen wir schon längst das  Ende der stabilen und eindeutigen Welt. Unser tägliches Handeln in Organisationen steht jedoch in krassem Gegensatz dazu. Technokratisch geschult, versuchen wir nach wie vor, mit einer recht simplen Logik immer neue Wege zur Beherrschung der Komplexität zu finden. »Mehr desselben« lautet das Reaktionsmuster. Es ist täglich präsent, denn permanent wird nach noch präziseren Instrumenten, noch mehr Kennzahlen und noch ausgefeilteren Systemen gefahndet. 

Wir müssen endlich die Prämissen von Führung und Management radikal hinterfragen. Schließlich haben wir zu lange einseitig auf die Perfektionierung des Bestehenden gesetzt. Niemand wird über einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil verfügen, nur weil die neueste Balanced Scorecard oder das modernste Controllingsystem eingekauft wurde. Zukünftig müssen wir experimentell – statt in der gewohnten Meilenstein-Projektlogik – an einer neuen Führungshaltung arbeiten. Diese ist geprägt von Leidenschaft, sie nutzt die kollektive Intelligenz und setzt auf eine frei atmende Organisation.

Musterbrecher legen diese Führungshaltung an den Tag. Authentisch, souverän und ohne Rollenspiele. Was zeichnet Musterbrecher aus? Sie machen nicht einfach irgendetwas irgendwie anders, um als selbsternannte Querdenker aufzufallen. Vielmehr verfügen sie über eine gänzlich andere Haltung, die von verbindlicher Reflexion, leisem Mut und echter Beziehung geprägt ist. Musterbrecher sind Meister im Umgang mit Paradoxien und haben den Mut zum Experiment. 

Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojektes an der Universität der Bundeswehr in München haben Stefan Kaduk und seine Kollegen Hans A. Wüthrich und Dirk Osmetz über 40 erfolgreiche Musterbrecher analysiert und konnten zeigen, dass diese über eine ganz neue Professionalität verfügen. Eine Professionalität, die die verdeckten Nebenwirkungen einfallsloser Pseudoprofessionalität genau im Blick hat und souverän den eigenen Weg zur Führungsexzellenz bahnt.

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