Kjell Nordström

Kjell Nordström

Management-Mastermind und Bestseller-Autor

„Es ist fatal, dass sich die meisten Unternehmen auch heute noch an überholten Modellen orientieren“ sagt Managementvordenker Kjell Nordström. „Wer sich am besten in der Instabilität zurechtfindet, wird zukünftig punkten.“
 Der beste Rapper der Welt ist weiß. Der beste Golfer der Welt ist schwarz. Frankreich beschuldigt die USA der Arroganz. Und Dänemark schickt ein Mini-U-Boot in einen Wüstenkrieg. Die Welt ist verrückt, und Kjell Nordström findet das prima.

Nordströms Bücher und Vorträge strotzen von solch skurrilen Fakten. Sie lassen die Zuhörer die Köpfe schütteln. Und natürlich ist Kopfschütteln genau das, was ein Experte braucht, bevor er anfangen kann, die Welt zu erklären.

Der 48 Jahre alte Kjell Nordström ist einer der gefragtesten Wirtschaftsexperten der Welt. Er ist Bestsellerautor, Unternehmensberater und lehrte am Institute for International Business der Stockholm School of Economics. Seine Bücher "Funky Business" und "Karaoke Capitalism" sind Bestseller.

Nordströms aktuelle Lieblingsthese lautet so: Lange Zeit reichte es, wenn Unternehmen Produkte und Ideen kopierten. Manager nennen das "Benchmarking" und "Best practice". Nordström nennt es "Karaoke Capitalism". In der neuen, unübersichtlichen und mit Informationen überladenen Welt aber hat sich der Kunde die Macht zurückerobert. Dieser Kunde will entweder das Billigste - wie Wal-Mart - oder etwas Besonderes wie Apple oder BMW. Nur zu imitieren führt Unternehmen in die "kreative Impotenz". In dieser "economy of soul" ist das Originelle, Außergewöhnliche gefragt, Produkte, die die Emotionen des Kunden ansprechen, als Marke aus der Masse herausstechen, Individualität versprechen.

Mit großem Geschick verquirlt der Schwede bizarre Anekdoten mit exzellenten Analysen, komplizierte Statistiken mit anschaulichen Beispielen.

Diese Methode bringt den Zuhörer fast immer zu zwei gegensätzlichen Reaktionen: Nach der Präsentation der Tatsachen denkt er: Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen. Um dann bei der Schlussfolgerung, die Nordström daraus zieht, ungläubig zu staunen: Aha, so habe ich das allerdings noch nie betrachtet.

Stets um einfache Bilder bemüht, vergleicht Nordström die neue, extrem wettbewerbsorientierte Wirtschaftsphase mit der Natur, in der auch "derjenige Erfolg hat, der optimal an seine Umwelt angepasst ist". So wie zum Beispiel Starbucks: "Die haben eine italienische Espressobar mit McDonald's kombiniert und damit Luxus und Discount optimal verbunden."

Erfolgreiche Unternehmen müssen deshalb den Nerv der "new global tribes", der globalen Stämme wie Greenpeace- Anhänger, Homosexuelle, Städter treffen.

Auch die Rolle der Manager beschäftigt ihn: Die bräuchten deutlich mehr "tacit knowledge", so Nordström - unterschwellige Erfahrungen, die man nicht an der normalen Uni lernt. Deshalb hat Nordström an der Stockholmer School of Economics das ehrgeizige "Advanced Management Program" mitbegründet, das die Elite der schwedischen Executives anzieht und erste Grundzüge dieses "tacit knowledge" vermitteln soll.

Wichtiger Bestandteil dieses immanenten Wissens ist die Einstellung zum Unternehmen selbst. So wie sich der Konsument mit bestimmten Marken identifiziert, so soll sich der Mitarbeiter mit seiner Firma identifizieren - das notwendige Wissen wird sie ihm dann schon beibringen.

"Stellen Sie sich mal vor, die Hell's Angels würden ihre Leute nach Qualifikation und nicht nach ihrer Einstellung auswählen", sagt Nordström.

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