Thilo Bode

Thilo Bode

Gründer und Chef der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch

Foodwatch-Chef Thilo Bode legt sich gern mit anderen an. Der frühere Entwicklungshelfer, Finanzberater und Umweltaktivist streitet für bessere Lebensmittel. Er interessiert sich für zweifelhafte Inhalte von Tiefkühltruhen und Lebensmittelregalen und hat der mächtigen Lebensmittelindustrie den Kampf angesagt, die Konsumenten seiner Ansicht nach systematisch täuscht und hintergeht. Bode ist keiner, der für den diplomatischen Dienst in Frage kommt. Er liebt die Auseinandersetzung und sucht sie auch. Die sanfte Tour - Kritik hübsch anrichten und in kleinen Häppchen servieren - ist nicht sein Ding.

Thilo Bode ist ein Mann mit Ideen und einer Ähnlichkeit  mit Helmut Schmidt. Ein ruhiger Typ, manche sagen, er sei spröde. Doch der Mann ist einer der erfolgreichsten Aktivisten in Deutschland. Zwölf Jahre war Bode Geschäftsführer bei Greenpeace, bis 2001, als es für ihn dort "nichts mehr zu tun gab". Die Organisation, diese dominierende Kampagnenmaschine der 80er- und 90er-Jahre, hatte ihre Wucht verloren. Sie hatte die Hoheit über das Megathema Umweltschutz an die Politik verloren. Nun suchte Bode ein neues, unbesetztes Thema - und fand: Gift im Essen.

Bode gründet Foodwatch und macht daraus in sieben Jahren eine viel beachtete Verbraucherschutzorganisation. Ein zweites Greenpeace. Kühl, rational gemanagt und schlagkräftig genug für den Kampf gegen die Lebensmittelindustrie. Foodwatch arbeitet effektiv: Bodes Leute haben McDonald's gezwungen, irreführende Werbung einzustellen, illegale Tiermehlexporte gestoppt und Nestlé dazu genötigt, auf den leberschädigenden Aromastoff Cumarin zu verzichten. Sie haben Dioxine in Fischleber entdeckt, Acrylamidwerte veröffentlicht und innerhalb einer Woche 3.000 Leute dazu gebracht, sich über Schuhbecks Schummelsuppe zu beschweren. Foodwatch hat Lebensmittelqualität zu einem Dauerthema gemacht.

Thilo Bode schildert unermüdlich die empörenden Zustände auf dem Lebensmittelmarkt: Gift im Essen ist legal, Verbraucher werden systematisch betrogen. Immer wieder taucht Gammelfleisch auf. Lebensmittel enthalten zu viele Pestizide, Dioxine oder Uran. Und die Verbraucher dürfen nicht wissen, welche Produkte betroffen sind. Statt dessen geben Politik und Industrie ihnen die Schuld an dem Dilemma. Ihre "Geiz ist geil"-Mentalität lasse die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel sinken, heißt es. In seinem aktuellen Buch zeigt Thilo Bode die wirklichen Ursachen: Das Problem sind nicht die geizigen Verbraucher, sondern der Fehler liegt im System. Die Politik muss die Spielregeln ändern. Handel und Hersteller müssen ehrlich draufschreiben, was drin ist. Und es muss drin sein, was draufsteht. Doch dies wird nur geschehen, wenn die Verbraucher sich gemeinsam wehren: am besten mit foodwatch!

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Vortragsthemen

1
Abgespeist:
Das Versagen der Verbraucherpolitik am Beispiel der Lebensmittelwirtschaft.
2
Wie gestalten wir unsere Zukunft:
Klimapolitik, Wirtschaftswachstum und globale Gerechtigkeit - Realistische Option oder Quadratur des Kreises?

Aktuelle Veröffentlichungen

Thilo Bode: Abgespeist.
Wie wir beim Essen betrogen werden und was wir dagegen tun können.
256 Seiten
ISBN: 3100043073
EUR 9,95
Fischer S. Verlag GmbH

Thilo Bode: Die Essensfälscher.
Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen.
224 Seiten
ISBN: 3100043081
EUR 14,95
Fischer S. Verlag GmbH

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