Christian Gansch

Christian Gansch

Dirigent, Produzent, Manager und 4-facher GRAMMY-Gewinner

Was Unternehmen von Orchestern lernen können: Christian Gansch zeigt anhand vieler Beispiele in einem gleichsam emotionalen wie fesselnden Vortrag die Gemeinsamkeiten zwischen Orchestern und Unternehmen und was sich daraus für den Management-Alltag lernen lässt.

Christian Gansch, geboren 1960 in Österreich, ist international als Dirigent, Produzent und Coach tätig. Von 1981 bis 1990 war er Führungskraft bei den Münchner Philharmonikern. Danach wechselte er in die Musikindustrie und produzierte international über 190 CDs mit Künstlern wie Pierre Boulez, Claudio Abbado und Anna Netrebko. Neben vielen Auszeich-nungen gewann er vier Grammy Awards. Als Dirigent engagierten ihn u.a. die englischen BBC Orchester, das City of Birmingham Symphony Orchestra, das Deutsche Symphonie Orchester Berlin, das Russian National Orchestra, das Pariser Orchestre Philharmonique de Radio France und das NHK Symphony Orchestra Tokyo. 


Mit seinem 2006 erschienenen Buch "Vom Solo zur Sinfonie - Was Unternehmen von Orchestern lernen können" begründete er den Trend des Orchester-Unternehmen-Transfers im deutschsprachigen Raum. 2008 erschien sein zweites Buch, "Wer auftritt, muss spielen - Die drei Schritte zur Führungskompetenz: Wahrnehmen - Entscheiden - Handeln“.


Ein erfolgreiches Orchester ist ein Paradebeispiel für das ständige Ringen um Qualität, für effiziente Management-, Führungs- und Konfliktlösungsstrategien. Denn nirgendwo sonst arbeiten Spitzenkräfte täglich stundenlang auf so engem Raum zusammen und ordnen sich einem gemeinsamen Ziel unter.


Wer gibt den Ton an? Wie viele Solisten verträgt ein Team? Wie schafft man ein Bewusstsein, in dem der einzelne seine Begabung zum Wohle aller nutzt? Wie erarbeiten sich Führung und Team neue Ideen und Visionen? Welche Freiheiten und Verantwortungsbereiche gibt es für den Einzelnen? Welche Stimme hat wann Priorität? Diese Fragen werden so oder ähnlich in allen Unternehmen gestellt, und die Antworten, die Christian Gansch auf anschauliche Weise präsentiert, sind hilfreiche Anregungen zur Gestaltung des Unternehmensalltags. 


So gibt es auch unterhalb des Dirigenten mehrere Abteilungen – die Instrumentengruppen –, die wiederum eigene Führungskräfte, Stellvertreter, Interessen und natürlich auch ein eigenes Gehaltsgefüge haben. Diese Bereiche in permanenter Interaktion und ohne Rückzugsmöglichkeiten in Einklang zu bringen, erfordert ein gutes Gespür und Führungskompetenz. 


Bei jeder Orchesterprobe ist offensichtlich, dass alle Anstrengungen einem Ziel dienen: Der Aufführung eines Musikstückes, von dem zu Beginn nur die Partitur vorliegt, die wiederum allen Musikern bekannt ist. „ Qualität entsteht aufgrund einer permanenten kollektiven Interaktion, über alle unterschiedlichen Interessen hinweg. Diese Haltung haben Orchestermusiker verinnerlicht.“ 


In der Wirtschaft, so Christian Gansch, werde es zu oft versäumt, alle Mitarbeiter auf das Unternehmensziel und die gemeinsame Vision einzuschwören. Deshalb arbeiten dort viele Abteilungen nebeneinander her und nicht miteinander. Während diese Dissonanzen bei einem Musikstück sofort auffallen, sind sie in einer Firma weitaus schwieriger zu erkennen. 


Die Umsetzung einer Vision funktioniert, wenn der Dirigent und die Musiker eines Orchesters ein lebendiges Wechselspiel der Kräfte praktizieren. „Großes in der Musik entsteht nur, wenn alle aufeinander hören.“

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