Christian Gansch

Dirigent, Produzent, Manager und 5facher GRAMMY-Gewinner

Was Unternehmen von Orchestern lernen können: Christian Gansch zeigt anhand vieler Beispiele in einem gleichsam emotionalen wie fesselnden Vortrag die Gemeinsamkeiten zwischen Orchestern und Unternehmen und was sich daraus für den Management-Alltag lernen lässt.

Christian Gansch ist Dirigent. Er hat viele bedeutende Orchester dirigiert. Er hat aber auch Führungserfahrung in einem Wirtschaftsunternehmen. Als langjähriger Top-
Manager bei der Deutschen Grammophon in Hamburg. Und schliesslich ist er ein erfolgreicher Produzent. Neben vielen internationalen Auszeichnungen bekam er für seine Arbeit mittlerweile fünf Grammy Awards. Der letzte wurde ihm dieses Jahr in Los Angeles verliehen. 

Ein erfolgreiches Orchester ist ein Paradebeispiel für effiziente Management-, Führungs- und Konfliktlösungsstrategien. Denn nirgendwo sonst arbeiten Spitzenkräfte täglich stundenlang auf so engem Raum zusammen und ordnen sich einem gemeinsamen Ziel unter.

Wer gibt den Ton an? Wie viele Solisten verträgt ein Team? Wie schafft man ein Bewusstsein, in dem der einzelne seine Begabung zum Wohle aller nutzt? Wie erarbeiten sich Führung und Team neue Ideen und Visionen? Welche Freiheiten und Verantwortungsbereiche gibt es für den einzelnen? Welche Stimme hat wann Priorität? Diese Fragen werden so oder ähnlich in allen Unternehmen gestellt, und die Antworten, die Christian Gansch auf anschauliche Weise präsentiert, sind hilfreiche Anregungen zur Gestaltung des Unternehmensalltags.

So gibt es auch unterhalb des Dirigenten mehrere Abteilungen – die Instrumentengruppen –, die wiederum eigene Führungskräfte, Stellvertreter, Interessen und natürlich auch ein eigenes Gehaltsgefüge haben. Diese Bereiche in permanenter Interaktion und ohne Rückzugsmöglichkeiten in Einklang zu bringen, erfordert ein gutes Gespür und Führungskompetenz.

Bei jeder Orchesterprobe ist offensichtlich, dass alle Anstrengungen einem Ziel dienen: Der Aufführung eines Musikstückes, von dem zu Beginn nur die Partitur vorliegt, die wiederum allen Musikern bekannt ist. In der Wirtschaft, so Gansch, werde es zu oft versäumt, alle Mitarbeiter auf das Unternehmensziel und die gemeinsame Vision einzuschwören. Deshalb arbeiten dort viele Abteilungen nebeneinander her und nicht miteinander. Während diese Dissonanzen bei einem Musikstück sofort auffallen, sind sie in einer Firma weitaus schwieriger zu erkennen. Aufgabe des Dirigenten ist es schließlich, durch den optimalen Einsatz dieses Wechselspiels der Kräfte eine gemeinsame Vision umzusetzen. „Großes entsteht in der Musik nur, wenn alle aufeinander hören. Dies ist keine Pflicht, sondern ein Bewusstseinszustand.“ 


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