Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf

Renommierter Klima-Forscher

Seit er vor fünf Jahren den mit 1 Mio. $ dotierten „Jahrhundert-Preis“ der McDonnell-Siftung gewann, ist Rahmstorf ein Star unter den Klimaforschern. Der promovierte Ozeanograph arbeitet seit 1996 am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung.

Neben über 50 Publikationen in Fachzeitschriften, viele  davon in den renommierten Wissenschaftsmagazinen „Nature“ und „Science“, hat Rahmstorf Artikel für Tageszeitungen und populärwissenschaftliche Zeitschriften geschrieben und zwei Bücher veröffentlicht: 2006 erschien „Der Klimawandel“, eine gemeinsam mit Hans Joachim Schellnhuber auch für Laien verständlich geschriebene Zusammenfassung der Klimaproblematik. Gerade veröffentlichte Rahmstorf gemeinsam mit der US-amerikanischen Meeresbiologin Katherine Richardson das Buch „Wie bedroht sind die Ozeane?“ über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere.


Stefan Rahmstorf ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung und der Academia Europaea. Als Leitautor hat er maßgeblich zu dem in diesem Jahr erschienenen vierten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Fourth Assessment Report, AR4) beigetragen. Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit ist die Rolle der Meeres-strömungen bei Klimaänderungen. In diesem Jahr wurde er zudem zum Honorary Fellow der University of Wales ernannt.


In der Mediendiskussion um den Klimawandel tritt Rahmstorf engagiert –und durchaus streitbar- für sach-lich korrekte und wissenschaftlich seriöse Argumente ein. Rahmstorf hat sich stets gleichermaßen gegen Übertreibungen des Klimaproblems wie gegen seine Verharmlosung durch Interessengruppen gewandt. 


So stellt Rahmstorf beispielsweise fest: „Ob wir einen tiefgreifenden Eingriff in das Klimasystem riskieren dürfen, ist letztlich eine ethische Frage. Für viele Menschen ist es sicher schwer vorstellbar, dass das eigene Handeln auf viele Jahrhunderte hinaus Folgen haben kann. Wir sind nicht gewohnt, so weit in die Zukunft zu blicken. Andererseits freuen wir uns über die Kirchen und Kunstschätze, die uns das Mittelalter hinterlassen hat - hätten die damaligen Menschen aber Europa aus Gier nach materiellem Wohlstand in eine unwirtliche Steppe verwandelt, unser vernichtendes Urteil wäre ihnen gewiss.“

 

Aus der rein sachlichen Sicht des Klimaforschers, der das Auf und Ab des Klimas über Jahrmillionen rekonstruiert und zu verstehen sucht, ist natürlich kein Klimazustand "besser" als ein anderer, und der stetige Wandel ist die Regel. Doch als Bewohner eines mit sechs Milliarden Menschen bevölkerten Planeten, die großenteils um das Nötigste zum Leben kämpfen, erscheint die Gefahr größerer und rascher Klimawandel beklemmend. Unsere Ökosysteme, Landwirtschaft und Siedlungsstrukturen sind an das heutige Klima angepasst; jeder zu starke und rasche Wechsel kann zu großer Not führen. Gerade die Erkenntnis, dass das Klimasystem zu plötzlichen Sprüngen neigen kann, sollte uns sehr vorsichtig machen.

Wir haben heute die technologisch fortgeschrittenste und wirtschaftlich potenteste Kultur, die dieser Planet bislang gesehen hat. Wir können bei klugem und vorausschauen-dem Handeln die Klimaänderungen in erträglichen Grenzen halten und das wilde Tier nicht zu stark reizen. Doch haben wir auch die moralische Stärke, für die langfristigen Folgen unseres Handelns die Verantwortung zu übernehmen?“


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